"Die Stadt der Blinden" von José Saramago

Die Stadt der Blinden - José Saramago, Ray-Güde Mertin

Ein Mann steht mit seinem Auto an einer Ampel und erblindet plötzlich, danach erblinden alle, die zu ihm Kontakt hatten. Die "Blinden-Seuche" greift weiter um sich, so dass die Regierung keinen anderen Weg sieht, als die Blinden in einem alten Irrenhaus zu internieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Blinden werden dort sich selbst überlassen und nur schlecht von außen mit Lebensmitteln versorgt. Es kommt zu fürchterlichen Zuständen. Dabei gibt es eine einzige Frau, die nicht erblindet ist, dies aber zunächst geheim hält ...

 

Eine interessante Geschicht, die so auch aus einem Urban-Fantasy Roman stammen könnte. Dabei gibt es viel Tiefgang - wie nicht anders von einem Literatur-Nobelpreisträger zu erwarten: wer ist eigentlich bind? Gibt es verschiedene Arten von Blindheit? Und wie verändert sich unsere Gesellschaft, wenn alle blind sind?

Sehr schwierig fand ich die Sprache. Der Autor verwendet keine Anführungszeichen, sondern setzt lediglich Kommas, was manchmal sehr verwirrend ist und anstrengend zu lesen. Wer diese Mühen aber nicht scheut, dem möchte ich dieses Buch jedoch ausdrücklich empfehlen.

Nachtrag: Das Buch ist zeitweise sehr brutal, also nichts für empfindliche Leser. Ich habe es selbst auch als brutal empfunden, im Gesamtzusammenhang war das für mich aber nur ein Aspekt der Geschichte und daher zu ertragen.

 

5 Sterne für die Story minus 2 für den Schreibstil = 3 Sterne